Ein Erster Schritt

Der Artikel von Mark Perry "Sieg der Industrie", der am 4.11.2018  in der "Kronen Zeitung" erschien, inspierte mich, auch meinen Teil dazu zu schreiben.

"Europaweit fallen nach Angaben der EU-Kommission jährlich rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Nur knapp 30 Prozent davon werden zur Wiederverwertung gesammelt, die übrigen 70 Prozent landen auf Müllkippen, in Verbrennungsanlagen oder in der Umwelt. Gerade Bilder von vermüllten europäischen Stränder sorgten in den letzten Monaten immer wieder für Diskussionen."
(Quelle: https://kurier.at/chronik/weltchronik/eu-kommission-will-plastikgeschirr-verbieten/400029358)

Es wurde überall in den Medien von dem neuen Erlass der EU-Kommission berichtet, der besagt, dass Einwegplastik teilweise verboten werden soll. Das heißt, dass Wattestäbchen, Plastikbecher, Einweggeschirr, Rührstäbe, Luftballoonstäbchen und Strohalme zwar nicht mehr erlaubt sind, aber bestehende Lieferverträge bis 2023 erhalten ihre Gültigkeit.  Die europäische Kommission hat diese Produkte laut dem UBA in Deutschland (siehe Link unten) nach ihrer Häufigkeit und Schädlichkeit ausgehend von Strandfunden ausgesucht hat. 

Weitere Vorschläge sind beispielsweise die Bewusstseinsbildung zu schädlichen Umweltauswirkungen der Plastikprodukte und das Informatieren über alternative Mehrwegsysteme.
Es gibt aber verschiedene Maßnahmen die der Legislativvorschlag enthält:

  • Verbot von Kunststoff in bestimmten Produkten: Wenn erschwingliche Alternativen zur Verfügung stehen, werden die Einwegkunststoffprodukte vom Markt genommen. Das Vermarktungsverbot soll für Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbe aus Kunststoff gelten, die vollständig aus umweltfreundlicheren Materialien hergestellt werden müssen. Einweggetränkebehälter, die Kunststoff enthalten, werden nur dann zugelassen, wenn ihre Deckel und Verschlüsse an ihnen befestigt sind.
  •  Zielvorgaben für die Verbrauchsminderung: Die Mitgliedstaaten müssen dafür sorgen, dass weniger Lebensmittelverpackungen und Getränkebecher aus Kunststoff verwendet werden.Dies können sie erreichen, indem sie nationale Ziele für die Verbrauchsminderung festsetzen, die Verfügbarkeit alternativer Produkte in den Geschäften verbessern oder sicherstellen, dass Einwegkunststoffprodukte nicht kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
  • Verpflichtungen für die Hersteller: Die Hersteller werden zur Deckung der Kosten für die Abfallbewirtschaftung und die Säuberung der Umwelt sowie für Sensibilisierungsmaßnahmen herangezogen. Dies gilt für die folgenden Kunststoffprodukte: Behälter, Tüten und Folienverpackungen für Lebensmittel (z. B. für Chips und Süßigkeiten), Getränkeflaschen und -becher, Tabakerzeugnisse mit Filtern (z. B. Zigarettenstummel), Feuchttücher, Luftballons und leichte Kunststofftragetaschen. Die Industrie wird auch Anreize erhalten, für diese Produkte weniger umweltschädliche Alternativen zu entwickeln.
  • Zielvorgaben für die Sammlung: Die Mitgliedstaaten werden verpflichtet, bei Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff bis zum Jahr 2025 eine Sammelquote von 90 % zu erreichen, zum Beispiel durch Pfandsysteme.
  • Kennzeichnungsvorschriften: Auf bestimmten Produkten muss in klarer, standardisierter Weise angegeben werden, wie sie zu entsorgen sind, welches die negativen Umweltauswirkungen des Produkts sind und dass das Produkt Kunststoff enthält. Dies wird für Hygieneeinlagen, Feuchttücher und Luftballons gelten.
  • Sensibilisierungsmaßnahmen: Die Mitgliedstaaten werden dazu verpflichtet, die Verbraucher für die negativen Auswirkungen einer unsachgemäßen Entsorgung von Einwegkunststoffprodukten und Fischfanggeräten sowie für die verfügbaren Wiederverwendungssysteme und Abfallbewirtschaftungsmöglichkeiten für alle diese Produkte zu sensibilisieren.
(Quelle: Press Release der Europäischen Kommission, 28.5.2018: http://europa.eu/rapid/press-release_IP-18-3927_de.htm)

 Wie wir sehen, hat die Kommission schon die ersten Schritte gesetzt, die gefeiert werden können. Jedoch gibt es immer noch einige Dinge, auf die noch nicht genug eingegangen wurde: Mikroplastik in Kleidung und Hygieneartikel, Kinderspielzeug aus Plastik, und Plastikbehälter im Flugzeug.
Luftballons, Verpackungen und PET-Flaschen werden zwar zu verpflichtender Verminderung erwähnt, aber nicht verboten.

Mikroplastik findet sich vor allem in Kleidung mit hohem Polyesteranteil. Schon bei Schon-Waschgang kommen Millionen von Teilchen ins Wasser, die von den Kläranlagen nicht gefiltert werden können und so ungehindert in Flüsse und Meere gelangen. Daher ist es zu empfehlen, Kleidung aus Kunstfasern zu vermeiden, denn wer gerne Fisch aus dem Meer isst, kann es schnell wieder am Teller haben. In Zahnpasta ist es ebenfalls nachgewiesen. Es soll die Zähne durch Scheuern aufhellen und den beliebten Weiß-Effekt erzeugen. In Peeling ist es ebenfalls enthalten.
Bei Kinderspielzeug gilt: Desdo chemischer das Produkt riecht, desdo ungesunder (und chemischer natürlich) ist es auch. Es gibt schon einige Studien zu den Auswirkungen von gewissen chemischen Stoffen (z.B. Bisphenol-A) auf die Entwicklung von ungeborenen Kindern. Missbildungen, Unfruchtbarkeit und Hormonstörungen sind nur ein paar der Folgen, die zu viel Chemie auf einen haben können. Das gilt nicht nur für ungeborene Kinder, sondern bis mindestens in die Pubertät (die durch Hormonstörungen verfrüht werden kann).

Ich bin mit meiner Schulstufe dieses Jahr auf Sprachreise geflogen (Schulreisen machten bisher zwei von vier meiner Flugreisen aus) und merkte wieder, wie man an Board verpflegt wird. Wenn man verpflegt wird, dann mit einem Getränk und einer kleinen Speise, vielleicht auch noch mit einer Schokolade. Die Getränke kommen in kleinen Plastikbechern, die Speisen im Karton oder in einer Plastikfolie. Jeder dieser Hunderten und Tausenden Flugzeugreisenden bekommt das jeden Tag, diese Menge an Müll muss man sich einmal vorstellen.

Es gibt also noch viel zu tun, und es wird nicht mein letzter Post zum Thema Einwegprodukte sein. Bewusstseinsschaffung ist ein Punkt, den ich eben durch meinen Blog erreichen möchte. Was meint ihr zum neuen Verbot? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!


Weitere Informationen:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/eu-kommission-will-einwegprodukte-aus-kunststoff
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-18-3927_de.htm

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